Aber bitte nicht vor meiner Haustür!

Howdy und Moins,

ich weiß, ich weiß, ihr habt ein paar Tage nichts von mir gehört, naja manchmal erfordern andere Dinge einfach mehr Aufmerksamkeit. Aber die Zeit bewegt sich schnell und man glaubt gar nicht was so alles passieren kann. Man muss ja nur die eigene Haustür aufmachen und mal herausschauen. Gut das gelingt nicht allen auch der einen oder anderen Partei nicht und schon ist man bei Landtagswahlen, nicht mehr dabei. Dabei wird ja immer gerne auf andere verwiesen, um ja nicht vor der eigenen Haustür kehren zu müssen.

Verstehen Sie mich nicht falsch – aber manches versuche ich auch liegen zu lassen. Wenn meine rothaarige, sommersprossige Frau, na Sie wissen schon , die Iris sagt “ Norman vor unserem Haus muss das Laub gefegt werden, bitte jetzt!“ Dann meine ich immer nur das ich ein Naturfreund bin und so etwas die Natur erledigt, auch vor meiner Haustür. Zumindest mit der Natur liege ich richtig, es liegt aber in der Natur meiner Frau, dass sich mich dann doch überzeugt das Laub weg zu kehren.Aber ist das nicht komisch, dass es uns Menschen in vielen Dingen so geht. Mehr Natur und damit mehr Renaturierung, ja das wollen wir alle. Aber wenn es konkret wird, zum Beispiel ein Moor wieder zu beleben, schreien alle auf: „Aber nicht vor unserer Haustür, da steigt doch der Grundwasserspiegel!“

Oder die Abhängigkeit vom Erdöl wollen wir reduzieren, also brauchen wir mehr Windräder, Staudämme etc. Aber was rufen wir alle im Gleichtakt: “ Aber nicht vor unserer Tür, diese Landschaftsverschandelung!“

Die Arbeitnehmer sollen gestärkt werden und Ihre Rechte, aber was ist wenn starke Arbeitnehmervertretungen, dann Ihre Rechte mal tatsächlich wahrnehmen? Dann schreien wir alle: „Bitte keinen Streik, dass ist Geiselnahme!“

Besonders spannend wird es aber, wenn es ans sparen geht. Wenn man dann in die Politik hereinschaut, da kann man eigentlich vor Lachen nicht mehr, wenn es nicht so bitterernst wäre. Zuerst werden hunderte Sparvorschläge auf den Tisch geschmissen. Doch dann kommen die Ressortverantwortlichen und schreien: „Aber nicht mir!“ Dazu werden tausende fadenscheinige Gründe gleich mitgeliefert. Am Ende sind sich alle einig, das irgendwo Geld herkommen muss, sparen kann man es aber nicht. Also was macht die Politik, sie erhöht dioe Steuern. Denn der kleine Mann (oder Frau) muss es zahlen, egal ob Sie rufen: „Nicht vor meiner Haustür!“

Noch schöner ist es dann aber in der Wirtschaft. Wenn Manager erklären die Rendite muss steigen und der Kostendruck ist enorm. Also wird jedes Mögliche, aber vor allem unmögliche „Sparpotential“ gehoben und Arbeitnehmer ausgepresst. Nur vor der eigenen „Haustür“, also Ihren eigene Bezügen oder Ihrer Büroausstattung oder Ihrem Dienstwagen, da darf nicht gespart werden. Denn Sie sind ja die Leistungsträger!!!

Was mich besonders berührt ist aber die Toleranz. Wir wollen weltoffen sein, gegenüber anderen Kulturen und Religionen, gegenüber Asylbewerbern und Menschen mit Einschränkungen….
Tjaaaaa, solange es nicht vor unserer eigenen Haustür „passiert“
Wir sagen, wenn jemand einen Fehler macht, dann entschuldigt er sich und gut ist, denn niemand ist fehlerfrei. Sind wir wirklich so oder zeigt uns nicht die Realität, das zumindest einige versuchen, auch in der Öffentlichkeit, Fehler zu nutzen, um sich selbst Vorteile zu verschaffen.

Ich glaube wir sollten mal ganz tief in uns gehen und überlegen, ob es nicht doch sehr scheinheilig ist, was sich viele bei uns in der Gesellschaft leisten. Vielleicht sollten wir einfach mal akzeptieren, dass Windräder auch vor unsere Haustür gebaut werden oder mal ein Streik stattfindet (Deutschland ist eines der Länder mit den wenigsten Streiks). Vielleicht sollten Manager und Politiker bei sich anfangen Einsparungen vorzunehmen und damit gute Vorbilder werden, statt andere immer nur auszupressen. Toleranz, sollte man nicht nur predige, sondern tatsächlich auch leben.
Das alles am besten vor der eigenen Haustür!

 

Ihr Norman Muller

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