Egomane versus Führungsspieler

Howdy und Moins,

jetzt rollt der WM-Ball und Brasilien und es sind wieder viele Mannschaften und Spieler zu beobachten. Interessant ist vor allem, wer wie spielt, als Mannschaft oder Einzelspieler. Sind es Führungsspieler oder Egomanen? Das Ganze erinnert mich doch immer sehr stark an das reale Leben, das jeder von uns führt.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch – aber bei meiner Frau und mir, wir sind halt ein Team. Wer Führungsspieler ist entscheidet sich nach Räumlichkeit oder Aufgabe. Zum Beispiel in der Küche ist meine Frau der Führungsspieler und ich bin der Teamplayer. Bei Autofahren ist es anders herum. Was ich aber überhaupt nicht mag und was sich auch bei dieser WM bis jetzt nicht durchsetzt sind Egomanen.

Kennen Sie das nicht, bei sich auf der Arbeit oder im Verein oder im Freundeskreis, dass es dort immer wieder Menschen gibt, die den Teamgeist beschwören und immer wieder sagen: Alle müssen an einem Strang ziehen und möglichst in die gleiche Richtung. Wenn das dann getan wurde und ein gutes Ergebnis wurde erzielt, sind dieselben Menschen die vorher Teambeschwörer waren auf einmal Egomanen: „Wenn ich nicht gesagt hätte, das es so und so…“ oder „Es war meine Idee…“ oder „Ohne mich hätte es nicht funktioniert!“

Wenn ich ganz ehrlich bin, so etwas regt mich tierisch auf. Ich habe nichts gegen einen guten Führungsspieler, der sich mal den Hut aufsetzt. Denn wie heißt es auch so schön: „Viele Köche verderben den Brei“ und meistens reicht ein Norman dafür ;-). Ein Führungsspieler sagt bei einem Erfolg aber dann auch „Das haben wir zusammen geschafft“ oder „Diese Idee ist eine klasse Teamleistung“.

Ja es gibt sie diese Egomanen und sie machen mehr kaputt als sie glauben. Doch wofür? Selbstwert, Achtung und Respekt erarbeitet man sich so nicht. Im Gegenteil man verprellt Menschen, die bereit waren sich zu engagieren. Dies kommt leider oft genug auch bei Unternehmensführungen vor. Was wird da nicht gejammert, das man die Mitarbeiter im Unternehmen halten will, wie wichtig Unternehmenskultur ist und und und. Ein besonders nettes Beispiel scheint ja gerade die DB AG zu sein. Im letzten Jahr haben sich viele Mitarbeiter wegen der Hochwasserschäden besonders reingehangen und engagiert. So dass die Einbußen der Bahn erträglich blieben. Aber auf die Frage nach einer Mitarbeiterbeteiligung, kam die Antwort: Kein Geld! Wieso sollen sich diese Menschen noch mal über alle Maßen hinaus für die Bahn engagieren?

Wieso soll ich mich in der freiwilligen Feuerwehr oder einem Verein engagieren, wenn sich der Vereinsvorsitzende mit dem Bürgermeister in einer Zeitung ablichten lässt, als ganz „toller Hecht“? Wieso sollen sich junge Menschen ehrenamtlich engagieren, wenn sie nicht mal eine Anerkennung erhalten, nur weil Egomanen, das Ego wichtiger ist? Wir jammern immer über eine sinkende Bereitschaft etwas für die Gesellschaft zu tun. Viele die dies besonders laut tun, fallen aber immer wieder mit Ihrer Ich-Bezogenheit auf. Ich denke es ist an der Zeit, dass man Egomanen auch mal Grenzen aufzeigt und wenn sie wieder irgendwo posieren, mal laut aus dem Hintergrund fragt, wie Sie den letzten Vereinstag allein organisieren konnten? Wenn man die Politiker fragt, wie es ist ohne Volk zu sein? Wenn man im Sport auch mal riskiert ein Spiel zu verlieren, als dem Egomanen den Ball zu zuspielen. Denn genau darauf vertrauen Egomanen, dass sie unverzichtbar sind und man sie braucht.

Ehrlich, sie sind weder unverzichtbar, noch braucht man sie und wann man Ihnen keine Grenzen aufzeigt, frisst man den Ärger doch nur in sich hinein und hat ein erhöhtes Herzinfarktrisiko. Das ist es nicht wert und ich brauche es nicht mehr. So habe ich für mich nach reichlich Erfahrungen festgestellt und danach handele ich auch. Wen ich trotzdem unterstütze, sind Führungsspieler, die anschließend das Team in den Vordergrund stellen.

Ihr Norman Muller

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