Fortschritt stoppen, verlangsamen, oder?

Moins,

müssen wir die Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung verlangsamen oder sogar stoppen?

Dies ist die Frage, die mich am meisten beschäftigt, wenn ich mich mit #Fragen zur Zukunft beschäftige (beachtet auch meine Zukunfts-Challenge).

Ich denke immer wieder darüber nach, mit welcher Geschwindigkeit heute technologische Fortschritte, meinetwegen auch Digitalisierung, Einzug in unser Leben halten und ob wir auf die Bremse treten oder sogar mal Stopp sagen müssen ?
Nachdem ich mich lange mit der Frage beschäftigt habe, komme ich zu dem Schluss, dass ich diese Frage zweigeteilt für mich beantworte. Bei dem Faktor Mensch, ja wir müssen bremsen! Bei dem Faktor Fortschritt, Nein!

Faktor Mensch

Ich habe mal irgendwo gelesen, dass der Mensch aus seiner Entwicklung heraus nicht darauf ausgelegt, Veränderungen in dem Tempo zu verkraften, welches heute durch die fortschreitende, technologische Entwicklung stattfindet. Es ist geschichtlich gesehen, noch nicht lange her, da wurde zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang gearbeitet. Hintergrund es gab kein elektrische Licht. Mit der Elektrifizierung und damit auch der künstlichen Beleuchtung, wurde der ursprünglich über Jahrtausende einprogrammierte Code, neu definiert. Dies ist gerade 200 Jahre her und erst vor rund 130 Jahren begann sich elektrische Beleuchtung flächendeckend durchzusetzen.
Erst Anfang der 90er Jahr des letzten Jahrhunderts (man das klingt uralt und ist doch erst knapp 30 Jahre her) begannen Mobiltelefone und Internet flächendeckend die Menschen zu verbinden. Es dauerte dann nur noch wenige Jahre bis daraus erste Smartphones wurden. Heutige Smartphones haben eine zigfache höhere Leistung als die PC`s.
In immer schnellere Schritten ändert sich die Welt und viele Menschen werden Stück für Stück abgehangen. Ältere Menschen die verzweifelt vor Fahrkartenautomaten stehen, nicht ganz so alte Menschen wie ich, die keine „digital Natives“ sind und sich von Ihren Kindern, die digitalisierte Welt erklären lassen müssen. Obwohl ich in den neunzigern absolut Computerfit war.
Aber vor allem die Informationsflut, die tagtäglich auf uns hereinprasselt und die ständig wächst und weiter zunimmt. Wer nicht mithält, ist „vom alten Eisen“. Dabei sind wir keine Maschinen, die stur Programme abarbeiten können, wir müssen Informationen verarbeiten und sortieren können, auch im Abgleich mit unseren Gefühlen. Doch diese Zeit wird einem nicht mehr gelassen oder man lässt sie selbst nicht.
Ganz klar, der Mensch braucht eine Pause, eine Entschleunigung, bei den technischen Fortschritten und vor allem Technologien die auf uns wirken oder wirken sollen. Wir müssen verarbeiten können und nicht nur abarbeiten!

Faktor Fortschritt

„Stillstand bedeutet Rückschritt“, diese viel zitierte Lebensweisheit (u.a. Kästner, aber auch Konfuzius zugeschrieben) macht unser Dilemma deutlich. Denn wir können es uns als Menschen, Menschheit nicht erlauben, bei der Entwicklung einfach mal fünf Jahre Pause zu machen. Darauf sind wir schon genetisch nicht programmiert. Es würde ja nicht nur die Technologie betreffen, auch den Sport. Man stelle sich vor Fußballtrainer dürften sich 5 Jahre keine neuen Spielzüge ausdenken oder ein Koch dürfte kein neues Rezept ausprobieren, es dürfte keine neue Musik mehr geben oder neue Interpretationen. Auch im Umweltschutz gäbe es keine Fortschritte mehr. Unser Leben würde schnell eintönig werden und wir würden mehr als träge werden. Nein den Fortschritt können wir nicht anhalten und eigentlich wollen wir es auch nicht. Damit ist aber auch klar, das wir die technologische Entwicklung nicht beenden.
Für rund 50 Jahren wurde die erste Folge „Raumschiff Enterprise“ ausgestrahlt. Vieles was dort gezeigt wurde, galt lange als Utopie, zum Beispiel die tragbaren Kommunikatoren. Heute haben sehr viele Menschen ein Handy oder Smartphone, nur ein Beispiel. Denn auch Fantasie beflügelt den Geist.

Ich habe mich oft selbst gefragt, wofür stehe ich denn nun und wofür entscheide ich mich, wenn nachfolgendes gilt:
– wir brauchen als Mensch also eine Pause/Entschleunigung im Umgang mit neuen Technologien,
– der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten und darf auch nicht aufgehalten werden?

Meine Thesen/meine Handlungsmaximen

Aus diesem Dilemma habe ich für mich Thesen und daraus ableitend Handlungsmaximen abgeleitet. Zugegeben, ich schaffe es nicht jeden Tag diese einzuhalten, werde aber immer ein Stück besser und vor allem fühle ich mich damit wohler:

  1. Bewusster Konsum; ich brauche nicht jeden Tag das Neueste vom Neuen. Da ist manchmal schwierig, weil die Gier oder der Neid bei uns Menschen durchaus sehr ausgeprägt ist. Gerade in der heutigen Zeit ist aber auch Geld (vor allem Geld welches man noch gar nicht erwirtschaftet hat)schnell, sehr schnell ausgegeben und wofür?
  2. Weniger Hektik; im Umgang mit Mails, SMS, etc. Vor 20 Jahren ging es auch mit Fax und Telefon und vor 40 Jahren war es der gute, alte Brief.
  3. Nur so viel Social Media, wie es mir Spaß macht; nicht was andere Menschen von mir erwarten, das ich sofort und überall reagieren muss. Eine der besten Entscheidungen, kam von meiner besseren Hälfte: Es gibt in unserem Schlafzimmer keine elektronischen Geräte (auch kein Fernseher), bis auf zwei kleine Funkwecker.
  4. Mehr Zeit für Natur, Freunde und Nachbarn, ganz ohne elektronische Geräte (maximal Fotokamera). Früher fand ich den Plausch über den „Gartenzaun“ spießig. Heute bin ich mindestens an dieser Stelle gerne Spießer
  5. Ich muss nicht überall die Nummer eins sein, wie sang schon Balu der Bär in der Disney-Verfilmung vom Dschungelbuch: „Probiere es mal mit Gemütlichkeit!“. Seit dem ich nach diesen Maximen handle, ist meine berufliche Leistungsfähigkeit sogar gestiegen, ohne das ich ausbrenne(denn auch das habe ich durch) und trotzdem fühle ich mich besser.

Das sind nun meine persönlichen Handlungsmaximen, was wünsche ich mir aber für den Menschen:
– Menschen die nicht jede technische Entwicklung mitmachen wollen, dürfen dadurch nicht ausgeschlossen werden, egal ob sie keinen Fernseher oder Computer wollen.
– Der Erfindergeist muss auf Dinge ausgerichtet werden, die der gesamten Menschheit langfristig zu Gute kommen: Umweltschutz, Medizin, aber auch Weltraumforschung.
– Es müssen Ethikrahmen für künstliche Intelligenzen(KI), für Roboter, für elektronische Netzwerke (z.B. Internet) geschaffen werden, die weltweit gelten. Nicht von Politikern, nicht von den so genannten Wirtschaftseliten, aber auch nicht von Forschern und Entwicklern. Nein diese Ethikrahmen müssen von Menschen geschaffen werden, die tagtäglich mit diesen Entwicklungen leben müssen!

Eurer Norman

PS. Dies ist der erste Beitrag. Noch 4 Beiträge, dann startet meine #Zukunfts-Challenge. Mehr dazu in der Seitenleiste.

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