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Managergehälter begrenzen?

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Moins,

aktuell ploppt immer wieder eine Debatte hoch, dass Managergehälter zu begrenzen seien.
Dabei handelt es sich um eine Gerechtigkeitsfrage, die viele Menschen, auch mich, beschäftigt.
Warum muss es einen so großen Gehaltsabstand zwischen Arbeitnehmer und Manager geben, wenn beide Ihren Teil zum Wohl des Unternehmens beitragen?
In der Diskussion halte ich aber den vorgeschlagenen Weg für falsch. Eine Grenze nach oben soll und darf es nicht geben. Mein Vorschlag ist ein anderer:

Wenn Vorstände, Manager, CEO`s oder Geschäftsführer mehr als das 30fache des Durchschnittes der Arbeitnehmer ohne Leitungsfunktion in einem Jahr verdienen sollen (Grundgehalt, Boni, Sachleistungen etc.), dann muss das, was den Wert 30 übersteigt, als prozentuale Einmalzahlung den Arbeitnehmern für dieses Kalenderjahr gezahlt werden. Denn dann haben alle Ihren Beitrag geleistet, dass es einem Unternehmen gut geht! Wenn zum Beispiel ein Vorstand aufgrund von Boni für ein Kalenderjahr den 35fachen Durchschnittswert erhalten soll, dann muss jeder Arbeitnehmer ohne Leitungsfunktion, als Einmalzahlung eine Summe in Höhe von 16,67 Prozent seines Jahreseinkommens erhalten.

Mit meinem Vorschlag würde niemand begrenzt werden, alle am Unternehmenserfolg teilhaben und es würde auch ein Stück Gerechtigkeit hergestellt.

Schade ist nur das gerade Wahlkampfzeit ist und nach der Bundestagswahl wird das Thema wohl wieder in der Versenkung verschwinden, warum eigentlich?

Eurer Norman

2 Kommentare

  1. Moin,
    Es gibt sicherlich einige Wege über die man nachdenken kann. Ich bin halt kein Fan davon einzelnen Menschen etwas wegzunehmen oder zu begrenzen: Man kann wie mein Vorschlag aufzeigt auch alle nach oben nehmen, wenn die „Spitze“ einen bestimmten Wert überschreiten will. Trotzdem bleibt für mich bei manchen Tätigkeit der Nutzen deutlich in Frage? Habe ich ja hier auch in anderen Beitragen deutliche gemacht, z.B. http://norman-muller.de/761/jedem-arbeiter-die

    Unerheblich unterschiedlicher Lösungsansätze, wichtig, aber ist dass die Diskussion geführt wird und am Ende nicht wieder im Sand des politischen Alltags nach dem 24. September 2017 (Tag der Bundestagswahl) versickert.

  2. Zu diesem Thema hatte ich gerade meine Position in der Presse. Ich schrieb: „Die Beschäftigten haben seit 1990 auf Einkommen in Höhe von drei Billionen Euro verzichten müssen, während die Unternehmenssteuern faktisch halbiert und die Spitzenverdiener entlastet wurden. Die neoliberalen Reformen versprachen mehr Investition und Beschäftigung, haben aber das genaue Gegenteil bewirkt. Der Dax ist auf Rekordhöhe geklettert und die Investitionsquote abgestürzt, weil die Lohnzurückhaltung zu weniger Nachfrage geführt hat. Anstatt zu investieren wurde das Geld im Finanzmarktkasino verzockt und in absurd hohe Managergehälter gesteckt, deren künstliche Deckelung reine Symptombekämpfung wäre und praktisch gar nichts ändert.

    Wir müssen die Einkommen der Beschäftigten erhöhen und die Unternehmenssteuern wieder auf ein normales Niveau anheben. Das würde ein investitionsfreundliches Klima schaffen, in dem auch wieder Arbeitsplätze entstehen können. Statt in nichts produzierende Finanzmärkte und Managergehälter würden die Unternehmen dann wieder in die Realwirtschaft investieren müssen, weil das der einzige Weg sein darf, Profite zu erwirtschaften.“

    Also, nicht geradeaus aufs Ziel, sondern Ursachen erkennen und die richtigen Maßnahmen fordern, finde ich. Das würde so dann auch wirklich wieder ein Gewerkschaftsthema werden.

Schön, dass Sie da sind und meinen Blog nutzen